Letzten Donnerstag mussten wir uns entscheiden. Entweder wir fahren westlich in die Douptful und Milford Sounds oder wir nehmen den direkten Weg nach Queenstown. Da wir unsere letzten Ferien in Norwegen verbracht haben und schon dort einige Fjords gesehen, haben wir uns gegen die Sounds entschieden. Zwar werden diese als eine der größten Attraktionen Neuseelands angepriesen, aber der Umweg ist nicht unbedeutend.
Wir sind also am Donnerstag auf direktem Weg nach Queenstown gefahren. Bei schönstem Wetter trafen wir am frühen Nachmittag dort ein und waren noch voller Tatendrang. Queenstown wird allgemein als Adrenalin Hauptstadt von Neuseeland gehandelt und macht ihrem Ruf alle Ehre.
Mit einigen Prospekten bewaffnet kamen wir aus der Camp Reception, wo wir uns gerade für drei Nächte eingeschrieben hatten. Das studieren der Angebote konnten wir dann bequem im Campingstuhl vor dem Van erledigen und entschieden uns schon bald für Canyoning und Jetboat. Wir buchten dies für den nächsten Tag und spazierten anschliessend gemütlich zu den Gondeln, die auf den nahen Hausberg führen. Oben angekommen erwartete uns eine wunderschöne Aussicht, die wir jedoch in der Schweiz irgendwo am Vierwaldstättersee auch finden könnten.
Da wir uns im actionreichen Queenstown befanden, wurde uns auf dem Berg natürlich nicht nur eine Tolle Aussicht geboten, nein wir konnten auch aus einige Funsportarten etwas auswählen. Zur Auswahl stand: Bungeejumping, Paragliding oder Gravity Ride. Wir entschieden uns für den Skyline Ludge, eine Art Rodelbahn Kart Strecke. Sitzend auf Schlitten, wie in unseren Sommer Rodelbahnen, fahrend auf einer Asphalt Bahn mit Steilkurven, Tunnel und Bodenwellen. Eine lustige Art, um langsam auf den Adrenalin-Geschmack zu kommen. Nach einigen Fahrten und einem kleinen Snack machten wir uns wieder auf den Weg ins Tag um den Nachmittag mit einer Partie Minigolf abzuschliessen. Dabei konnte ich den Schweizer Bahnrekord egalisieren, was bei 52 Schlägen auf 18 Löcher keine grosse Sache ist.
Nach einem kleinen Spaziergang im sehr touristischen Ort, gönnten wir uns ein paar Pints im Pub und einfeines mexikanisches Nachtessen.
Am Freitag ging es dann für uns um 11 Uhr los. Unsere Guides Mike und Aaron holten uns im Camping ab und nach dem pickup der anderen Teilnehmer wurden wir zum Ausgangspunkt chauffiert. Dort angekommen gab es dicke Wetsuites. Alles war bedeckt ausser das Gesicht und die Hände. Beim Canyoning geht es darum einen Fluss zu überqueren, reinzuspringen, sich abzuseilen und runterrutschen. Ein Riesen Spass, wenn man keine Angst vor Höhe und Wasser hat. Unsere Gruppe bestand aus ca. 12 Personen, was ein wenig viel ist um das ganze flüssig zu erleben. Die Guides haben uns dann in Team Europa ( Wir + 4 Franzosen) und in Team AsianPacific aufgeteilt (4 Inder und 2 Australier). Trotz der zusammenlosung mit den Franzosen, sind wir im besseren Team gelandet. Die Inder machten nämlich den Eindruck als wären sie das erste mal in der freien Natur...
Wir wärmten uns mit ein paar Flying Fox auf. Beim Flying Fox rutscht man mit einer Kurbel an einem Stahlseil auf die andere Seite der Schlucht. Gefolgt von einem ca. 20m abseilen, was auf englisch übrigens "abseil" genannt wird. Im Fluss angekommen wurden wir zuerst einen Wasserfall heruntergerutscht, wobei wurden wirklich wahr ist, da es ohne den Schupser des Guides nicht funktioniert hätte. Den ersten Mut gefasst dadurch, konnten wir nun zuerst von ca. 6m und danach von 8m in den Fluss springen, was Esti mutig wie sie ist, sogar noch vor mir hinter sich brachte. Nach einem weiteren Abseilen direkt ins Wasser und einigem rutschen, war der Spaß dann nach ca. 2 Stunden leider schon vorbei und wir wurden zurück nach Queenstown gebracht. Zurück im Camping hatten wir gerade Zeit uns umzuziehen und uns mit einer Baby Coconut (übrigens nicht zu empfehlen) zu stärken, bevor es zum Jetboating auf den Shootover River ging. Beim Jetboating geht es darum mit möglichst hoher Geschwindigkeit möglichst nah an den Felsen vorbeizufahren und zwischendurch einige 360 Grad Drehungen zu machen. Ein teurer aber lustiger Spass. Da ich nun wirklich Blut geleckt hatte, meldete ich mich für den nächsten Tag zum Skydiven.
Dank des Skydiven mussten wir für den Samstag mal wieder den Wecker stellen damit ich dann auch zur richtigen Zeit am Treffpunkt war. Leider hat die Firma mit der ich am Vorabend gebucht hatte keine anderen Teilnehmer und mussten mir daher am Treffpunkt absagen. Da ich mental schon darauf eingestellt war und ich das auch wirklich machen wollte, musste ich schauen mit einer anderen Company zu fliegen. Zwei Türen weiter hatte ich dann bei Nzone Glück und ich buchte den Sprung aus 15000 Fuss (ca. 4500 Meter).
An der Dropzone angekommen wurden wir schon bald mit Overall, Mütze und Handschuhen eingekleidet. Da ich den Tandemsprung inklusive Fotos und Video als Erinnerung gebucht habe, hing ich nicht nur einem am Bauch, ich hatte auch zusätzlich einen dedizierten Kameramann, der den ganzen Flug mitflog. Während Esti in der Dropzone das schöne Wetter genoss, quetschte ich mich mit fünf anderen Springern in das Flugzeug. Da nicht alle gleich mutig sind, gab es solche, die nur 12000 Fuss gebucht haben und daher aus der geringeren Höhe schon mal rausgesprungen sind. Nach ca. 15 Minuten Flug sind wir zwei letzten verbleibenden dann dran.
Als die Türe des Flugzeugs geöffnet wird und ich im Tandem in dieselbe Richtung gehopst bin, wir auch mir ein bisschen mulmig. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch Spass am schönen Flug über dem Lake Wakatipu. Nun wird es wirklich erst, der Kameramann steigt aus dem Flieger und hält sich für das obligate Foto auf der Flugzeugkante am Gestänge aussen fest. Dave, mein Pilot ruft mir noch einmal die Bananen-Pose ins Gedächtnis und ich Sitze mit angezogenen Beinen, Hände am Gstältli und dem Kopf nach oben am Rand. Eine Sekunde später kippen wir auch schon vorne über und ich sehe den Boden von weitem und spüre die Kälte im Gesicht. Der erste Gedanke "scheisse, was mache ich hier" danach nur noch "wow". Die restlichen 59 Sekunden freien Flug sind dann einfach nur genial. Ich merke die Zeit gar nicht und geniesse und schon ist der Schirm auf und wir gleiten zum Boden. Wuhuu, ein Gefühl, dass einem noch Minuten später ein Lachen auf das Gesicht zaubert!
Zurück in Queenstown machten wir uns auf ins Pub um die ersten Viertelfinale zu sehen, welche jedoch überhaupt nicht nach meinem Geschmack waren.
Am Sonntag morgen mussten wir um 10 Uhr vom Camping sein und da wir uns schon recht an das ausschlafen gewöhnt haben, sind solche Tage immer etwas nervig.
Von Queenstown machten wir uns über Arrowtown auf den Weg nach Makarore. In Arrowtown besuchen wir eine chinesische Goldgräber Siedlung und frühstücken. Auf dem Weiterweg kurz nach Wanaka kommen wir per Zufall am Schild der Puzzle World vorbei. Aus Interesse und mit der Sicherheit etwas darüber gelesen zu haben, machen wir halt und besuchen die Ausstellung und den Irrgarten.
Bei der Ausstellung geht es um optische Täuschungen und dergleichen. Ein Erlebnis ist mit Sicherheit auch der Schräge Raum, der dem Hirn vorgaukelt, dass alles nach oben geht, in Wahrheit geht es aber runter. Mein Gehirn war ein bisschen zu verwirrt und ich musste nach wenigen Sekunden aus dem Raum flüchten, da mir doch etwas übel wurde. An der frischen Luft und im Irrgarten kam aber alles wieder besser und nach dem lösen der Aufgabe, man musste den weg zu allen vier Ecktürmen finden, in nur 45 Minuten hatten wir auch dies noch geschafft.
Einige Minuten später bog die Strasse zum wunderschönen Lake Hawea ab, von wo wir ein Postkartenfoto machen konnten.
Einige Zeit später und im richtigen Camping angekommen (hatte beim zweiten Versuch dann auch geklappt) konnten wir die zweiten Viertelfinals im Gemütlichen Pub im Sofa angucken. Ca. 10% der hiesigen Bevölkerung war anwesend, was vier Personen entsprach.
Heute hatten wir dann eine etwas längere Etappe vor und die uns über den Fox Glacier nun zu unserem Stopp am Franz Josef Gacier führte. Den Franz Josef (benannt nach dem Österreichischen Kaiser) schauen wir uns morgen an. Heute sind wir im Camping noch kurz in den SPA Pool gehüpft und haben uns noch ein bisschen sprudeln lassen.
super!! Wünsche euch noch viel Spass und bin schon auf weitere Berichte gespannt!!! etienne
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